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Newsletter 18 (pdf, vollständig)

Newsletter 18 - Februar 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

Textfeld: Bild Frau Ministerin Stolz auch im neuen Jahr geht es mit der Umsetzung unseres Querschnittsziels „Gleichstellung von Frauen und Männern“ im Europäischen Sozialfonds (ESF) weiter voran.
Nach Beginn des Begleitprojektes „Coaching – Gleichstellung der Geschlechter im Europäischen Sozialfonds in Baden-Württemberg“ in der Förderperiode 2000 bis 2006 begleitet und gestaltet die proInnovation GmbH die Umsetzung von Gender Mainstreaming auch in der Förderperiode 2007 bis 2013.
Der erste Newsletter für das Jahr 2010 informiert über die Arbeitsschritte der neuen Projektphase, die in der Sitzung des Steuerkreises am 20.01.2010 vereinbart wurden. Allen Beteiligten wünsche ich weiterhin eine gute Zusammenarbeit und erfolgreiche Umsetzung dieses wichtigen Themas.
Die bisherigen Informationen und Newsletter zu dem Thema finden Sie auf dieser Internetseite. Dort sind auch die Handreichungen für Projektträger und regionale ESF-Arbeitskreise eingestellt

Dr. Monika Stolz MdL
Ministerin für Arbeit und Soziales
Baden-Württemberg
Beauftragte der Landesregierung
für Chancengleichheit von Frauen und Männern

„Projektnachrichten“

Ausgewählt: 3 ESF-Arbeitskreise und 4 ESF-Trägerorganisationen können für bis zu 2 Jahre auf eine praxisnahe Umsetzungsbegleitung bei der Bewältigung ihrer gleichstellungspolitischen Querschnittsaufgaben zählen. Entsprechende Zielvereinbarungen wurden bereits abgeschlossen.  Mehr…

Geändert: Wegen des erfreulich großen Interesses an einer Mitarbeit -  es gingen insgesamt 34 Interessensbekundungen von ESF-Trägern und 12 von ESF Arbeitskreisen ein – wurden neue Angebote entwickelt und die Schwerpunkte etwas verschoben. So kann auch denjenigen, die nicht für ein einzelnes exemplarisches Vorhaben ausgewählt wurden, ein Unterstützungsangebot gemacht werden. Mehr…

Konstituiert: Am 20.01.10 wurden mit den VertreterInnen von ESF-AK und ESF-Trägern 7 neue Mitglieder in den Steuerkreis aufgenommen. Es gab weitere Veränderungen, damit das Gremium so effektiv und wirksam wie möglich arbeiten kann. Mehr…

Ergänzt: Mit Hilfe der Arbeitsmarkt-Datenbank des ifm lässt sich ein sehr differenziertes Bild der Gleichstellungssituation am Arbeitsmarkt in den ESF-Arbeitskreisen zeichnen. Die wichtigsten Ergebnisse für die Gleichstellungssituation in den Regionen werden in Kürze skizziert. Das Lesen und die Interpretation der Daten wird in Zukunft stark vereinfacht werden, da bis Mitte 2010 für alle Kreise exemplarische Auswertungen und Interpretationen zur Verfügung gestellt werden. Dies ermöglicht den ESF-Akteuren/-innen die Gleichstellungsdefizite am lokalen Arbeitsmarkt einzuordnen. Mehr…

„Gleichstellungsnews“

Anforderungen: Der jährliche Bericht der EU Kommission zur Gleichstellung ist diesmal nicht nur wegen der Aussagen zur geschlechtsspezifischen Betroffenheit von der Krise besonders spannend, die Kommission fordert auch eine deutlich stärkere Berücksichtigung der gleichstellungspolitischen Ziele in allen Teilen der Post-Lissabon-Strategie. Mehr…

Konflikte: Wenn das Thema Gleichstellung öffentlich diskutiert wird, ist das nicht immer erfreulich. So konnte man sich in letzter Zeit ärgern über eine Reihe von  Artikeln, die behaupteten, die „Frauenfrage“ sei erledigt und das männliche sei inzwischen das benachteiligte Geschlecht etc. Diese und andere Thesen sind aber auch unter Männern heftig umstritten. Mehr…

Bewertung: Zwei interessante Studien zur Bewertung der SGB II - Umsetzung aus gleichstellungspolitischer Sicht sind erschienen und zeigen, dass das Gleichstellungsgebot des SGB II, dem schon ohnehin nur eine untergeordnete Bedeutung zukommt, auch noch äußerst widersprüchlich ist und unzureichend umgesetzt wird. Mehr…

Neu und nützlich: Die „Agentur für Gleichstellung im ESF“ (Bundesprogramm) wurde im letzten Jahr eingerichtet und hat inzwischen eine sehr gute Internetplattform aufgebaut. Die unter http://www.esf-gleichstellung.de/  zur Verfügung gestellten Informationen lassen  inhaltlich keine Wünsche offen, sind zudem sehr angenehm präsentiert und immer sehr aktuell.

Eröffnet, endlich! Mit einigen Jahren Verspätung startet nun das „Europäische Institut für Gleichstellungsfragen“ (EIGE) in Vilnius. Es ist eine europäische Agentur, die die Mitgliedsstaaten und die EU bei der Förderung der Gleichstellung unterstützen soll. http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=732&langId=de

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„Projektnachrichten“

Ausgewählt: 3 ESF-Arbeitskreise und 4 ESF-Trägerorganisationen können für bis zu 2 Jahre auf eine praxisnahe Umsetzungsbegleitung bei der Bewältigung ihrer gleichstellungspolitischen Querschnittsaufgaben zählen. Entsprechende Zielvereinbarungen wurden bereits abgeschlossen.

Die Auswahl der Vorhaben fiel nicht leicht, denn alle Interessensbekundungen waren interessant. Wir hätten gerne alle berücksichtigt, dem stehen jedoch Kapazitätsgrenzen entgegen.  und würden dem nicht Kapazitätsgrenzen entgegen stehen, hätten wir gerne alle berücksichtigt. Letztlich legte der Steuerkreis Auswahlkriterien fest (Kriterien, pdf, 80kb). Wir begleiten nun 3 ESF-AK bzw. deren Geschäftsstellenleitungen (Hohenlohekreis, Schwarzwald-Baar-Kreis und Stadtkreis Ulm) sowie 4 ESF-Träger (TTI GmbH aus dem Bereich des Wirtschaftsministeriums; IN VIA Freiburg e.V., den Verein für soz. Heimstätten in Baden-Württemberg e.V. (Dornahof) und die Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung gGmbH (Waldeckhof) aus dem Bereich des Sozialministeriums).
Worum geht es genau?
Bei den ESF-AK wird es Einzel- und ggf. Gruppencoachings geben, bei denen beispielhaft Projekte im Hinblick auf die Umsetzung von Gender Mainstreaming bearbeitet werden – von der Antragstellung/Projektbeschreibung bis zum Sachbericht. Die ESF-AK wollen die Projektauswahl verbessern und im Hinblick auf die konsequente Umsetzung der gleichstellungspolitischen Vorgaben des ESF OP in BW sicherer werden. Dem dient auch die Unterstützung der Arbeitskreise bei der im Frühjahr anstehenden Aktualisierung der ESF Arbeitsmarktstrategie. In Kürze wird dazu eine gemeinsam von proInnovation GmbH und esf– team überarbeitete Handreichung des Ministeriums für Arbeit und Soziales erscheinen.

Die Träger wünschen sich Unterstützung bei der gleichstellungsorientierten Projektplanung ebenso wie bei der geschlechtergerechten Projektumsetzung. Diesen Bedarfen wird jeweils in spezifischer Weise Rechnung getragen werden …

In den nächsten Newslettern werden die ausgewählten Arbeitskreise und Träger ihre Vorhaben nach und nach vorstellen. Den Anfang macht in dieser Ausgabe der Waldeckhof mehr.

Wenn Sie jetzt schon mehr wissen wollen, können Sie sich die Zielvereinbarungen ansehen, die als Teil des Umsetzungskonzepts veröffentlicht sind hier (-> Ergebnisse). Am gleichen Ort finden Sie auch den Abschlussbericht der Phase II, in dem die Entwicklung von dem in Phase I ermittelten Handlungsbedarf bis zum nun vorliegenden Umsetzungskonzept ausführlicher beschrieben ist.

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Geändert: Wegen des erfreulich großen Interesses an einer Mitarbeit -  es gingen insgesamt 34 Interessensbekundungen von ESF-Trägern und 12 von ESF Arbeitskreisen ein – wurden neue Angebote entwickelt und die Schwerpunkte etwas verschoben. So kann auch denjenigen, die nicht für ein einzelnes exemplarisches Vorhaben ausgewählt wurden, ein Unterstützungsangebot gemacht werden.

Nach dem großen Andrang war der erste Verfahrensvorschlag, alle zum Zuge kommen zu lassen und statt mit den einzelnen AK und Trägern individuell in Gruppen zu arbeiten. Diese Idee wurde aber wieder verworfen, da es so nicht möglich gewesen wäre, auf die konkreten Bedarfe der jeweiligen Träger und Arbeitskreise intensiver eingehen zu können.  Der Coaching-Charakter, der die besondere Qualität des Projektes ausmacht, wäre so kaum aufrecht zu erhalten.
Daher haben wir uns für ein differenziertes Vorgehen entschieden und überlegt, welche der Vorhaben in Gruppen bearbeitet werden können und welche unverzichtbar eine „Einzelbehandlung“ brauchen. Denn für die Arbeit in Gruppen gibt es ja durchaus auch gute Argumente. So lässt sich ein Erfahrungsaustausch gar nicht anders organisieren und für alle gleichartigen Probleme kann auch nach gemeinsamen Lösungsansätzen gesucht werden.

Im Ergebnis werden für die ESF-AK zwei Arbeitsgruppen angeboten, eine zum Erfahrungsaustausch und eine im Hinblick auf die Weiterentwicklung der regionalen ESF-Arbeitsmarktstrategien.

Bei den Trägern planen wir ebenfalls zwei Arbeitsgruppen, und zwar eine zum Thema Projektplanung und eine weitere zur Gender Didaktik, d.h. zu den Fragen der geschlechtergerechten und gleichstellungsorientierten Durchführung der Projekte.

Alle, die zu den o.g. Punkten ihr Interesse bekundet haben, werden in Kürze detaillierte Informationen sowie die Termine für die ersten Treffen der Arbeitsgruppen erhalten, die voraussichtlich erstmalig im April tagen werden. Zu Beginn der jeweiligen Veranstaltungen werden die konkreten Ziele sowie das jeweilige Vorgehen mit den Teilnehmenden vereinbart.

Diese salomonische Lösung fand bisher viel Zustimmung! Sie hat aber auch eine Schattenseite, denn um diese Arbeitsgruppen in 2010 zu ermöglichen, mussten andere geplante Aktivitäten zurückgestellt werden. Dies betrifft vor allem die offenen Bildungsangebote, denn die angekündigten Informationsveranstaltungen und Basiskurse müssen nun ebenso verschoben werden wie vorgesehene Seminare.

Zum jetzigen Zeitpunkt, d.h. noch vor Beginn der eigentlichen Umsetzung können wir nichts fest versprechen, sind aber zuversichtlich, dass alle geplanten Veranstaltungen im Jahr 2011 stattfinden werden.

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SteuerkreisKonstituiert: Am 20.01.10 wurden mit den VertreterInnen von ESF-AK und ESF-Trägern 7 neue Mitglieder in den Steuerkreis aufgenommen. Es gab weitere Veränderungen, damit das Gremium so effektiv und wirksam wie möglich arbeiten kann.

Die ersten Aktivitäten im neu aufgelegten Projekt wurden vom Initiativ-Steuerkreis begleitet und koordiniert. Hier wurde die Art und Weise der Aktualisierung des Handlungsbedarfs im Hinblick auf die gleichstellungspolitischen Vorgaben des OP abgestimmt, die Auswahlkriterien für die konkreten Umsetzungsvorhaben vereinbart und das Umsetzungskonzept bestätigt. Schließlich wurde die endgültige Zusammensetzung des regulären Steuerkreises festgelegt. Von Anfang an war dabei klar, dass der Initiativ-Steuerkreis VertreterInnen von ESF AK und Trägern aufnehmen würde, die die ausgewählten exemplarischen Vorhaben repräsentieren.

Zudem gab es weitere Veränderungen in der Zusammensetzung, denn wenn man einfach nur immer mehr Personen aufgenommen hätte,  wäre das Gremium aufgrund seiner Größe nicht mehr arbeitsfähig gewesen.

Unter www.proinnovation.de -> Projekt/Kurzvorstellung finden Sie eine Grafik der endgültigen Struktur des Steuerkreises, wie er sich am 20.01.10 konstituiert hat. Lebendiger als Strukturbilder sind aber die Menschen. Auf dem Foto fehlen leider Frau Käferle von der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, und Frau Baur (Vertreterin von Fraueninteressen), die verhindert waren…

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Ergänzt: Mit Hilfe der Arbeitsmarkt-Datenbank des ifm lässt sich ein sehr differenziertes Bild der Gleichstellungssituation am Arbeitsmarkt in den ESF-Arbeitskreisen zeichnen. Die wichtigsten Ergebnisse für die Gleichstellungssituation in den Regionen werden in Kürze skizziert. Das Lesen und die Interpretation der Daten wird in Zukunft stark vereinfacht werden, da bis Mitte 2010 für alle Kreise exemplarische Auswertungen und Interpretationen zur Verfügung gestellt werden. Dies ermöglicht den ESF-Akteuren/-innen die Gleichstellungsdefizite am lokalen Arbeitsmarkt einzuordnen.

Regionaldaten des Instituts für Mittelstandsforschung für den ESF

„Leicht beieinander wohnen die Gedanken,
doch hart im Raume stoßen sich die Sachen.“
Friedrich von Schiller (Wallenstein)

Kulturelle, soziale und ökonomische Bedingungen sind nicht über den Raum hinweg gleichverteilt. Vielmehr entfalten sie Ihre Wirkung in verschiedenen Räumen in unterschiedlicher Weise und Stärke – sie stoßen sich „hart im Raume“.
Für die Gleichstellung im ESF in Baden-Württemberg lassen sich diese räumlichen Unterschiede anhand zweier Dimensionen darstellen. Einerseits anhand der Gleichstellung selbst, die als sozial-kulturelles Phänomen in den „Köpfen“ in verschiedenen Regionen unterschiedlich interpretiert wird und andererseits anhand der infrastrukturellen und ökonomischen Situationen in den Regionen Baden-Württembergs. Beide Dimensionen sind für die Mittelverwendung im ESF und Konzeption von ESF-Projekten in den Regionen von Bedeutung.
Frauen sind in allen Regionen Baden-Württembergs am Arbeitsmarkt benachteiligt. Dies zeigt sich durch einen höheren Teilzeitanteil, einen höheren Anteil an geringfügiger Beschäftigung, eine niedrigere Erwerbstätigenquote und einen geringeren Verdienst von Frauen. Wobei die stärkste Diskriminierung durch die ungleiche Bezahlung gleicher Arbeit von Männern und Frauen ausgeht. Diese Benachteiligung variiert jedoch zwischen den Regionstypen.
Die Trennung des Arbeitsmarktes in Frauen- und Männerberufe zeigt sich über Regionstypen in unterschiedlicher Schärfe. Die berufliche Segregation nimmt von Stadt zum Land zu. Die Zahl der Frauen und Männer in geschlechtstypischen Berufen macht in den Städten ca. 53% der Erwerbsbevölkerung aus. Auf dem Land wächst dieser Anteil auf 63%.
Dies ist nicht unerheblich, da der durchschnittliche Verdienst in Frauenberufen wesentlich niedriger ist als in Männerberufen. Schon in den Kernstädten ist der Verdienst der Frauen um ca. 34% Prozent niedriger als derjenige der Männer. Zum Land hin steigt dieser Verdienstunterschied auf 40% an. Auch wenn unterschiedliche individuelle Merkmale, wie z.B. Ausbildung, Industriezweig, Alter etc., die einen niedrigeren Verdienst erklären können, berücksichtigt werden, bleiben Lohndifferenzen bestehen.
Zudem bestehen regionale Unterschiede zwischen den Geschlechtern beim Bildungsverhalten und der Qualifikationsverwertung. Mädchen gehen von allgemein bildenden Schulen mit höheren Bildungsabschlüssen ab. Der Bildungsunterschied zwischen Jungen und Mädchen wächst tendenziell von Stadt zum Land. Das „Bildungsdefizit“ der Jungen wird teilweise durch Abschlüsse an den Berufsschulen wieder aufgeholt. Blickt man jedoch auf die Qualifikationsverwertung, dann zeigt sich in der beruflichen Segregation der Auszubildenden, dass junge Frauen zu großen Teilen in Frauenberufen ausgebildet werden und kein Kapital aus Ihren höheren Bildungsabschlüssen schlagen können.
Die Ursache für diese regionalen Unterschiede ist vermutlich in den „Köpfen“, d.h. in unterschiedlichen Vorstellungen über Geschlechterrollen zu suchen. Darüber hinaus sind jedoch auch infrastrukturelle und ökonomische Unterschiede zwischen den Regionen in Betracht zu ziehen.
Mit zunehmender Distanz von den großen Arbeitsmärkten der Städte sind Pendelwege in Kauf zu nehmen, um einen der Qualifikation entsprechenden Arbeitsplatz zu finden. Dabei sind Frauen, da sie immer noch einen Großteil der häuslichen Arbeiten übernehmen, benachteiligt. Frauen bleibt damit weniger Zeit für den Weg zur Arbeit. Dies zeigt sich in den wesentlich geringeren Pendeldistanzen der Frauen. Verstärkt wird das Problem durch die regionalen Unterschiede in der Betreuungsinfrastruktur. So ist der Zugang zu Ganztagesbetreuung außerhalb der Kernstädte sehr viel schlechter, was die Möglichkeiten zur Erwerbsarbeit weiter einschränkt.
Die Arbeitslosigkeit zeigt starke regionale Schwankungen. Sie nimmt vom Land zur Stadt hin zu. Besonders betroffen sind in den städtischen Regionen Jugendliche und Ausländer/-innen, in den ländlichen Regionen ältere Menschen, wobei alleinerziehende Frauen generell benachteiligt sind.
Neben den hier kurz skizzierten Zusammenhängen zwischen Geschlecht und Region lässt sich aus der ESF-Datenbank des ifm ein sehr differenziertes Bild der Gleichstellung am Arbeitsmarkt in den baden-württembergischen Kreisen zeichnen. Das Lesen und die Interpretation der Daten wird in Zukunft stark vereinfacht werden, da bis Mitte 2010 für alle Kreise exemplarische Auswertungen und Interpretationen zur Verfügung gestellt werden, die allen Interessierten einen Leitfaden durch die Tabellen bietet.
Stefan Berwing, Maria Lauxen-Ulbrich, René Leicht
Weitere Informationen unter: http://esf.uni-mannheim.de

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„Gleichstellungsnews“

Anforderungen: Der jährliche Bericht der EU Kommission zur Gleichstellung ist diesmal nicht nur wegen der Aussagen zur geschlechtsspezifischen Betroffenheit von der Krise besonders spannend, die Kommission fordert auch eine deutlich stärkere Berücksichtigung der gleichstellungspolitischen Ziele in allen Teilen der Post-Lissabon-Strategie.

Entgegen der oft zu hörenden These, von der aktuellen Krise seien Männer stärker betroffen als Frauen, geht die EU-Kommission begründet davon aus, dass sich dies mittelfristig anders darstellen wird. Nachdem zu Beginn der Krise tatsächlich die männerdominierten Branchen wie  Industrie und Baugewerbe  betroffen waren, hat die Krise seit einigen Monaten auch andere Branchen getroffen in denen ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen den Geschlechtern herrscht. Wenn nun die Arbeitslosenzahlen von Frauen und Männern im gleichen Tempo steigen, so ist es doch nicht dasselbe, da Frauen auf dem Arbeitsmarkt noch immer in einer schwächeren Position sind. Für diese Einschätzung werden im Bericht der EU-Kommission viele Beispiele genannt. Darüber hinaus wird befürchtet, dass Frauen, die häufig im öffentlichen Dienst arbeiten von Arbeitsplatzstreichungen in Folge der drohenden Haushaltskürzungen stark betroffen sein werden.

Ebenso tragisch ist es, dass das ohnehin nur sehr langsame Vorankommen der Gleichstellung, das sich u.a. in der gestiegenen Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen ausdrückt, durch die Wirtschaftskrise unterbrochen wird. Es wird die sehr realistische Gefahr gesehen, dass unter dem Vorwand des Abschwungs die Mittel für Gleichstellungsmaßnahmen gekürzt werden.

Sehr interessant ist der Hinweis, dass in Ländern, in denen noch das Modell des Mannes als Ernährer der Familie vorherrscht, die Haushalte stärker von Einkommenseinbußen in Folge von Arbeitsplatzverlusten betroffen sind. Deutschland ist bekanntlich ein Land in dem das Modell des männlichen Ernährers (mit weiblichem Zuverdienst) mit am stärksten ausgeprägt ist.  Damit kann der Folgerung der EU Kommission, dass es notwendig sei, das Doppelverdiener-Modell weiter zu fördern nur zugestimmt werden.

 

„Gleichstellung ist Teil der Lösung zur Überwindung der Krise“
Erfreulich ist, dass noch einmal unterstrichen wird, dass es sich bei der Gleichstellung nicht „nur“ um eine Frage der sozialen Gerechtigkeit handelt, denn: „Ohne Gleichstellung rücken auch Ziele wie nachhaltiges Wachstum, Beschäftigung, Wettbewerbsfähigkeit und sozialer Zusammenhalt in weite Ferne“ so die EU-Kommission.
Da sich die Gleichstellung von Frauen und Männern „als Schlüssel zur dauerhaften Lösung alter wie neuer Probleme erwiesen hat“ wird gefordert, dass sie ein Kernelement der EU Strategie für 2020 sein soll. Dafür bieten sich gute Gelegenheiten, da verschiedene EU Strategien im Jahr 2010 überarbeitet werden.

Die Kommission fordert von den Mitgliedsstaaten unter anderem die „Gewährleistung der Einbeziehung der geschlechtsspezifischen Perspektive in die Maßnahmen zur Bekämpfung der Rezession und einen effizienteren Einsatz des Gender Mainstreaming!“

Aber lesen Sie selbst: http://ec.europa.eu/...

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Konflikte: Wenn das Thema Gleichstellung öffentlich diskutiert wird, ist das nicht immer erfreulich. So konnte man sich in letzter Zeit ärgern über eine Reihe von  Artikeln, die behaupteten, die „Frauenfrage“ sei erledigt und das männliche sei inzwischen das benachteiligte Geschlecht etc. Diese und andere Thesen sind aber auch unter Männern heftig umstritten.

Wer die Zeitschrift „Switchboard“ noch nicht kennt, dem/der sei sie zunächst zur regelmäßigen Lektüre zur Männer- und Jungenarbeit empfohlen. Das aktuelle Heft mit dem Titel „Richtungsdiskurse“ sticht jedoch noch einmal besonders hervor, denn der Redaktion ist es gelungen, die aktuellen Auseinandersetzungen in der Männerbewegung – oder den Männerbewegungen – verständlich zu machen. Dabei kommen alle Vertreter der verschiedenen Sichtweisen selbst zu Wort, über alle Unvereinbarkeiten hinweg.

Entzündet hat sich der Streit nicht zuletzt an der Publikation „Befreiungsbewegung für Männer“, die einen stärker werdenden Männerhass in der Gesellschaft (Misandrie) ausmacht, die Gleichstellung der Geschlechter für abgeschlossen erklärt und Jungen und Männer in einer „feminisierten Welt“ benachteiligt sieht (Kuhla, S. 8 ff).

Die entschiedenste und schlüssigste Entgegnung kommt von Marc Gärtner: „Die „Männerrechtsbewegung lebt von einer Mischung aus interessiertem Vorurteil, politischer Fehlinterpretation und narzisstischer Kränkung.“

Viele weitere und interessante Beiträge geben nicht nur einen Einblick in die Diskussion unter gleichstellungsaktiven Männern, sondern zeigen auch Notwendigkeit und Möglichkeit eines Geschlechterdialogs auf.

http://www.switchboard-online.de/

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Bewertung: Zwei interessante Studien zur Bewertung der SGB II - Umsetzung aus gleichstellungspolitischer Sicht sind erschienen und zeigen, dass das Gleichstellungsgebot des SGB II, dem schon ohnehin nur eine untergeordnete Bedeutung zukommt, auch noch äußerst widersprüchlich ist und unzureichend umgesetzt wird.

Die Studie von Prof. Dr. Ursula Reust und Prof. Dr. Sigrid Betzelt befasst sich mit der „Analyse der Wirkungen der Individualisierung von Leistungen des SGB II unter Berücksichtigung der familialen Unterhaltsverpflichtungen“. Zwei Punkte stechen in der Studie besonders hervor: Zum einen kritisieren die Autorinnen die  im SGB II impliziten, widersprüchlichen Geschlechter- und Familienleitbilder. Sie wechseln  zwischen einer Stärkung des männlichen Ernährermodells einerseits und einer Forcierung der Frauenerwerbsquote andererseits. Aus juristischer Perspektive sind zudem die Auswirkungen des Konstrukts der Bedarfsgemeinschaft im SGB II von besonderer Bedeutung. Aufgrund dieser Konstruktion leiten sich sozialrechtliche Verpflichtungen zwischen Personen ab, die nach dem Unterhaltsrecht keine Verantwortung füreinander tragen. Für Frauen in Paarhaushalten bedeutet dies nicht nur den Verlust individueller Leistungsansprüche, sondern auch,  eine deutlich höhere ökonomische Abhängigkeit vom Partner. Vor dem Hintergrund einer gleichstellungspolitischen Forderung nach unabhängiger Existenzsicherung für Männer und Frauen sei dieser Effekt des SGB II sehr kritisch zu sehen, so die Verantwortlichen der Studie. Zusammenfassend kommen die Autorinnen zu dem Ergebnis, dass das Gleichstellungsgebot im SGB II nur eine sehr untergeordnete Rolle zukommt. Sie fordern daher u.a. eine stärkere Verankerung und Umsetzung gleichstellungspolitischer Ziele im SGB II. Weitere Infos unter: http://www.loccum.de/protokoll/inhalt/inh0879.html

Bestätigung finden diese kritischen Ergebnisse durch die vom BMAS finanzierte Studie „Bewertung der SGB II-Umsetzung aus gleichstellungspolitischer Sicht“. Die Leiterin dieser Studie, Dr. Alexandra Wagner vom Forschungsteam Internationaler Arbeitsmarkt (FIA), zeigt u.a., dass Frauen unterdurchschnittlich an der arbeitsmarktpolitischen Förderung im SGB II partizipieren. Diese Benachteiligung betrifft in hohem Maße (alleinerziehende) Frauen mit Kindern. Dieses Gender-Gap tritt besonders bei Instrumenten mit hoher Eingliederungswahrscheinlichkeit auf. Zudem wurde die rechtlich verankerte Frauenzielförderquote bisher in keinem Jahr erfüllt.

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Karin Woyta, Waldeckhof

Von der Teilnahme am exemplarischen Vorhaben erhofft sich die Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung gGmbH einen intensiven Austausch mit anderen Trägern und Verantwortlichen zu den Stichworten:

  • wie können Gleichstellungsziele in der Praxis noch stärker erreicht werden?
  • welche Rahmenbedingungen müssen geschaffen sein oder geschaffen werden, dass Trägern die bessere Umsetzung des GeM ermöglicht?

Neben diesen übergeordneten Aspekten erhofft sich der SAB auch interne Wirkungen aus dieser Mitarbeit zu den Stichworten:

  • Reflexion des eigenen GeM Know how bei den projektverantwortlichen MitarbeiterInnen. Innerhalb der SAB Projekte soll stärker das Ziel verfolgt werden, den GeM nachhaltiger in die „Köpfe“  zu bringen und er somit nicht nur als „exotisches“ Wissen bei den „Spezialistinnen“ verbleibt.
  • Ziel ist auch,  einen internen Auseinandersetzungsprozess zu beginnen, wie gleichstellungsbezogene Ziele noch besser in die Praxis integriert werden können. Die SAB erhofft sich die Erarbeitung von praxistauglichen, verbindlichen Instrumenten, die in das interne QM integriert werden können.
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