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FAQ - häufig gestellte Fragen

Antwort 7:

Es gibt mehrere Beweggründe für Männer, sich für Gleichstellung zu engagieren:

  1. Das Ziel der Gleichstellung besteht darin, eine Situation zu schaffen, in der alle Menschen ihre persönlichen Fähigkeiten frei entwickeln und freie Entscheidungen treffen können, ohne durch strikte geschlechtsspezifische Rollen eingeschränkt zu werden und in der die unterschiedlichen Verhaltensweisen, Ziele und Bedürfnisse von Frauen und Männern in gleicher Weise berücksichtigt, anerkannt und gefördert werden. Insofern eröffnen sich auch für Männer Chancen, weil die gesellschaftlich vorherrschenden Männlichkeitsbilder Männer sehr stark einschränken. So werden sie durch traditionelle Leitbilder noch immer auf die Rolle des Familienernährers verpflichtet und eindimensional auf Erwerbsarbeit ausgerichtet. Zu diesem Ergebnis kommt auch das EU-Forschungsprojekt work changes gender: „Ob Karrierist oder Familienernährer die vorherrschenden Männlichkeiten in unserer Gesellschaft konstituieren sich ganz zentral über Erwerbsarbeit. Diese dient nicht nur dem Erwerb eines Einkommens, sondern ist für Männer auch die vorherrschende Form der Strukturierung von Zeit, der Vermittlung sozialer Kontakte, der Zuweisung von Status und Sozialprestige, der Konfrontation mit der äußeren Realität, und für die Selbstwertschätzung“ (www.work-changes-gender.org)

    Entweder sie sind Verfügungsmasse einer Anwesenheitskultur in Organisationen und opfern Familienleben, Lebensqualität und Gesundheit dem Leistungs- und Konkurrenzkampf oder sie sind in der Erwerbswelt abgestiegen und können als befristet Beschäftigte oder Arbeitslose nicht mehr dem Männlichkeitsideal eines Familienernährers entsprechen. Männer zahlen insofern für ihren Zugang zu Macht und Ressourcen einen hohen Preis. Die Kosten der (traditionellen) Männlichkeit sind u.a. eine geringere Lebenserwartung als die der Frauen. Insofern gibt es ein gesellschaftliches Interesse, sich den „Risiken eines Männerlebens“ zu widmen aber auch persönliche Motive sich für eine geschlechtergerechte Gesellschaft und Arbeitswelt einzusetzen. Optimistisch stimmt eine Untersuchung von Paul Zulehner und Reiner Volz („Männer im Aufbruch“), nach der sich ca. 20% der Männer als „Neue Männer“ bezeichnen. Es gibt also eine wachsende Anzahl von Männern, die ein großes Interesse an einer Überwindung traditioneller Männerbilder und am Aufbrechen männerbündischen Arbeits- und Organisationskulturen haben. GeM widmet sich diesen Themen, Fragestellungen und Entwicklungen, kommt also Männern zugute und greift das Interesse sehr vieler Männer auf, mehr für die eigene Gesundheit, die Familie und die Lebensqualität zu tun.
  2. Um GeM in Organisationen einzuführen, sind Change Management Prozesse notwendig. Diese Prozesse zu steuern ist Aufgabe des (obersten) Managements. Da Führungspositionen ganz überwiegend von Männern besetzt sind, werden sie zu wichtigen Akteuren im GeM-Prozess. Durch ihr sichtbares Engagement für GeM bekennen sie sich für ein modernes Dienstleistungs- und Qualitätsverständnis.

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