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Hintergrund – Definitionen (1)

Abbau der Teilung des Arbeitsmarktes

Maßnahmen, die auf eine Reduzierung oder eine Beseitigung der (vertikalen/horizontalen) Geschlechtertrennung (Segregation) abzielen.
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Ausgewogene Mitwirkung von Frauen und Männern

Teilung von Macht und Entscheidungsbefugnissen zwischen Frauen und Männern (wobei beide Geschlechter mit einem Anteil von jeweils 40 - 60 % vertreten sind) in allen Lebensbereichen als wesentliche Voraussetzung für die Gleichstellung von Frauen und Männern.
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Bewertung der geschlechtsspezifischen Auswirkungen

Bewertung von Vorschlägen für politische Maßnahmen im Hinblick auf deren unterschiedliche Auswirkungen für Frauen und Männer mit dem Ziel, die entsprechenden Vorschläge so auszugestalten, dass jegliche Diskriminierung ausgeschlossen werden kann und die Gleichstellung der Geschlechter gefördert wird.
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Diskriminierung, mittelbare

Umstand, dass durch ein Gesetz, eine Regelung, eine Politik oder eine übliche Praxis, das bzw. die dem Anschein nach geschlechtsneutral ist, die Angehörigen eines Geschlechts eine unverhältnismäßige Benachteiligung erfahren, sofern die unterschiedliche Behandlung nicht durch objektive Kriterien gerechtfertigt ist.
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Gender

Ein Begriff, der auf die zwischen Frauen und Männern bestehenden sozialen (und nicht auf die biologischen) Unterschiede abstellt, die erlernt werden, sich im Laufe der Zeit ändern können und sich sowohl innerhalb derselben Kultur als auch zwischen verschiedenen Kulturen stark voneinander unterscheiden.
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Gender Mainstreaming

Gender-Mainstreaming bedeutet, dass in allen Phasen des politischen Prozesses ˆ Planung, Durchführung, Monitoring und Evaluation ˆ der Geschlechterperspektive Rechnung getragen wird. Ziel ist die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern. Nach dem Gender-Mainstreaming-Konzept sind politische Maßnahmen stets daraufhin zu prüfen, wie sie sich auf die Lebenssituation von Frauen und Männern auswirken, und gegebenenfalls neu zu überdenken. Nur so kann Geschlechtergleichstellung zu einer Realität im Leben von Frauen und Männern werden.

Weitere Begriffsklärungen

"Hierbei geht es darum, die Bemühungen um das Vorantreiben der Chancengleichheit nicht auf die Durchführung von Sondermaßnahmen für Frauen zu beschränken, sondern zur Verwirklichung der Gleichberechtigung ausdrücklich sämtliche allgemeinen politischen Konzepte und Maßnahmen einzuspannen, indem nämlich die etwaigen Auswirkungen auf die Situation der Frauen bzw. Der Männer bereits in der Konzeptionsphase aktiv und erkennbar integriert werden ("gender perspective"). Dies setzt voraus, daß diese politischen Konzepte und Maßnahmen systematisch hinterfragt und die etwaigen Auswirkungen bei der Festlegung und Umsetzung berücksichtigt werden."

"Die Maßnahmen zur Gleichstellung erfordern ein ehrgeiziges Konzept, das von der Anerkennung der weiblichen und der männlichen Identität sowie der Bereitschaft zu einer ausgewogenen Teilung der Verantwortung zwischen Frauen und Männern ausgehen muß."

"Förderung der Gleichstellung ist nämlich nicht einfach der Versuch, statistische Parität zu erreichen : Da es darum geht. Eine dauerhafte Weiterentwicklung der Elternrollen, der Familienstrukturen, der institutionellen Praxis, der Formen der Arbeitsorganisation und der Zeiteinteilung usw. zu fördern, betrifft die Chancengleichheit nicht allein der Frauen, die Entfaltung ihrer Persönlichkeit und ihre Selbständigkeit, sondern auch die Männer und die Gesellschaft insgesamt, für die sie ein Fortschrittsfaktor und ein Unterpfand für Demokratie und Pluralismus sein kann."

"Die Unterschiede zwischen den Lebensverhältnissen, den Situationen und Bedürfnissen von Frauen und Männern systematisch auf allen Politik- und Aktionsfeldern der Gemeinschaft zu berücksichtigen, das ist die Ausrichtung des « Mainstreaming »-Grundsatzes, den die Kommission verfolgt. Es geht dabei nicht nur darum, den Frauen den Zugang zu den Programmen und Finanzmitteln der Gemeinschaft zu eröffnen, sondern auch und vor allem darum, das rechtliche Instrumentarium, die Finanzmittel und die Analyse- und Moderationskapazitäten der Gemeinschaft zu mobilisieren, um auf allen Gebieten dem Bedürfnis nach Entwicklung ausgewogener Beziehungen zwischen Frauen und Männern Eingang zu verschaffen."
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Geschlechtersegregation (Teilung des Arbeitsmarktes)

Geschlechtsspezifische Konzentration von Frauen und Männern in unterschiedlichen Berufsfeldern bzw. unterschiedlichen Tätigkeitsebenen, wobei sich die Frauen im Vergleich zu den Männern auf ein engeres Spektrum von Berufen beschränken (horizontale Trennung) und häufiger auf den niedrigeren Ebenen anzutreffen sind (vertikale Trennung). Im folgenden wird die horizontale Trennung weiter erläutert:

nach Berufen (2):

Zunächst wird der durchschnittliche nationale Beschäftigungsanteil von Frauen und Männern für jeden einzelnen Beruf ermittelt; anschließend werden die Differenzen addiert; die sich ergebende Summe der geschlechtsspezifischen Diskrepanzen wird ausgedrückt als Prozentanteil an der Gesamtbeschäftigung.

nach Sektoren (3):

Zunächst wird der durchschnittliche nationale Beschäftigungsanteil von Frauen und Männern für jeden einzelnen Wirtschaftszweig ermittelt; anschließend werden die Differenzen addiert; die sich ergebende Summe der geschlechtsspezifischen Diskrepanzen wird ausgedrückt als Prozentanteil an der Gesamtbeschäftigung.
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Geschlechtervertrag (Geschlechterordnung)

System wirtschaftlicher, sozialer und politischer Strukturen, die bestimmte Geschlechterrollen und Geschlechtsattribute verfestigen und reproduzieren. Implizites und explizites Regelwerk, durch das die Beziehungen zwischen den Geschlechtern geregelt und Frauen und Männern unterschiedliche Arbeiten und Werte, unterschiedliche Verantwortlichkeiten und Pflichten zugewiesen werden. Dieses Regelwerk funktioniert auf drei Ebenen: als kultureller Überbau in Form der Normen und Werte der Gesellschaft, auf der Ebene der Institutionen - Familienfürsorge, Bildungswesen, Beschäftigungssysteme etc. - und im Rahmen der vor allem in der Familie stattfindenden Sozialisierungsprozesse.
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Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung

Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und Männern im privaten und öffentlichen Leben.
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Geschlechtsspezifische Lohnunterschiede

Die bestehenden Unterschiede zwischen dem Verdienst der Männer und dem der Frauen, die aus der Aufteilung der Berufsfelder und unmittelbarer Diskriminierung resultieren.
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Gleichstellung der Geschlechter

Situation, in der alle Menschen ihre persönlichen Fähigkeiten frei entwickeln und freie Entscheidungen treffen können, ohne durch strikte geschlechtsspezifische Rollen eingeschränkt zu werden und in der die unterschiedlichen Verhaltensweisen, die unterschiedlichen Ziele und die unterschiedlichen Bedürfnisse von Frauen und Männern in gleicher Weise berücksichtigt werden.
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Positive Diskriminierung (spezifische Maßnahmen)

Maßnahmen für eine bestimmte Gruppe, die auf die Beseitigung und Vermeidung von Diskriminierungen oder auf einen Ausgleich von aus vorhandenen Einstellungen, Verhaltensweisen und Strukturen erwachsenden Benachteiligungen abzielen.
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(1)Vgl. EU KOM 1998: 100 Begriffe aus der Gleichstellungspolitik. Glossar der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern.

(2) ISCO-Klassifikation

(3)NACE-Klassifikation


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