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Instrumente, Arbeitshilfen, Anwendungsbeispiele

Eine der zentralen Aufgaben des ersten Coaching – Begleitprojektes war die „Entwicklung und Umsetzung von GeM -Methoden und –instrumenten. Zu Beginn hatten wir daher die bis dahin bekannten Instrumente gesichtet und AkteurInnen zur Handhabbarkeit befragt. Wir haben selbst mit mehreren Varianten von Arbeitshilfen in vielen Workshops zu den unterschiedlichsten Fachthemen und Vorhaben experimentiert und nach unseren Erfahrungen und Erkenntnissen sind die „4 Schritte “ (Leitfaden "Die 4 GeM Schritte"; pdf, 92 kb) am besten zu handhaben und beinahe universell einsetzbar.

  1. Leitprinzip Gender Mainstreaming in 4 Schritten
  2. Hintergrund: wozu braucht man Instrumente?
  3. Fallbeispiele und -studien
  4. Weitere Leitfäden

1. Leitprinzip Gender Mainstreaming in 4 Schritten

Alle Planungs- und Arbeitsprozesse, die Qualitätsmindeststandards entsprechen, folgen eigentlich ohnehin immer vier Schritten, wenn auch mehr oder weniger explizit: Zunächst wird ein Bedarf oder ein Problem definiert und in einem 1. Schritt wird die Ausgangslage analysiert. Dann wird geklärt, was mit dem Vorhaben oder Projekt oder in einer bestimmten Zeitspanne erreicht werden soll, welche Ergebnisse bzw. Problemlösungen erwartet werden, im 2. Schritt werden also Ziele formuliert. Dann muss überlegt werden, wie diese Ziele zu erreichen sind und woran man die Zielerreichung messen kann (Indikatoren), im 3. Schritt werden dann entsprechende Maßnahmen, Aktivitäten, Projekte, Umsetzungsschritte vorgesehen. Schon während der Umsetzung, spätestens aber nach Abschluss des Vorhabens muss geprüft werden, ob bzw. inwieweit die Ziele erreicht wurden, der 4. Schritt besteht mithin in der Auswertung, der Evaluation.

Dieses Vorgehen ist vielen Fach- und Führungskräften bereits aus dem Projektmanagement bekannt und somit eine gute Basis für das „Gendern“. Dies erfolgt „integriert“, d.h. es gibt keinen zusätzlichen Punkt „Gender“, sondern in den o.g. 4 Schritten werden jeweils die geschlechtsspezifischen Unterschiede aufgearbeitet.

Die 4 Schritte sind durchaus auch für „AnfängerInnen“ beim „Gendern“ empfehlenswert. Allerdings – und hier kommt das große ABER – kann das beste Instrument die ggf. fehlende Gender Kompetenz der AkteurInnen nicht ersetzen. Man kann aber trotzdem beginnen und wird im Prozess merken, wo Gender Wissen und Können noch fehlen. Das Instrument wird „unten“ auch an Projektbeispielen vorgestellt.

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2. Hintergrund: Wozu braucht man Instrumente?

Systematisch vorgehen

Sind Maßnahmen noch in der Planung, so bedeutet Gender Mainstreaming (GeM) eine Form der Folgenabschätzung. Da sich die Lebenslagen und Lebenswelten von Jungen und Mädchen, von Männern und Frauen noch immer stark unterscheiden, muss in der Planung die - voraussichtlich – unterschiedliche Wirkung der Maßnahme auf die Geschlechter bewertet werden, um Benachteiligung zu vermeiden.

In der laufenden Facharbeit bedeutet GeM, systematisch die unterschiedlichen Prioritäten, Bedürfnisse und Situationen von Frauen und Männern zu erfassen und zu berücksichtigen – mit dem Ziel der tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter. Systematisch vorgehen heißt, methodisch zu verfahren und sich entsprechender Instrumente zu bedienen.

Gender Mainstreaming als integrativer Ansatz

Eine der wesentlichen Neuerungen, die mit dem Gender Mainstreaming in die Gleichstellungspolitik kamen besteht darin, dass die Gleichstellung der Geschlechter nicht mehr (nur) Ressortpolitik ist, sondern in allen Politikfeldern verankert wird.

„GeM ist die gezielte Mobilisierung aller allgemeinen Politiken und Maßnahmen zur Verwirklichung der Gleichstellung“

Hier sehen wir sozusagen die Indienstnahme aller Ressorts für die Gleichstellungspolitik: so kommt Gender in den Mainstream. Im Unterschied zu einem „additiven“ Ansatz, bei dem es ein gesondertes Kapitel zum Thema Gleichstellung der Geschlechter gibt und die übrigen Kapitel keine Aussagen dazu machen, ist die Berücksichtung der Genderperspektive beim „integrativen“ Ansatz eine Querschnittsaufgabe:

„Gender Mainstreaming bedeutet, dass in allen Phasen des politischen Prozesses – Planung, Durchführung, Monitoring und Evaluation – der Geschlechterperspektive Rechnung getragen wird. Ziel ist die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern. Nach dem Gender-Mainstreaming-Konzept sind politische Maßnahmen stets daraufhin zu prüfen, wie sie sich auf die Lebenssituation von Frauen und Männern auswirken, und gegebenenfalls neu zu überdenken. (EU KOM 2006)

Das Instrument „Leitprinzip Gender Mainstreaming in 4 Schritten“, dient dazu, die Geschlechterperspektive in allen Politikfeldern und in allen Phasen einzunehmen.

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Gleichstellungspolitische Ziele erreichen

Leider gibt es häufig eine Verwirrung im Hinblick auf Ziele und Strategie. Das Ziel von GeM ist – wie im o.g. Zitat der EU KOM deutlich wird – die Gleichstellung von Frauen und Männern, nicht die Umsetzung von Gender Mainstreaming. GeM ist „nur“ eine Strategie zur Erreichung dieses Ziels (neben den sogenannten „spezifischen Maßnahmen“. In der folgenden Abbildung sind die wichtigsten allgemeinen gleichstellungspolitischen Ziele der EU genannt, jedes Vorhaben muss diese Ziele reflektieren und natürlich die konkreten, ggf. fachbezogenen Ziele formulieren.

Gleichstellungspolitische Ziele der EU Beschäftigungspolitik (Auswahl)

„Die Mitgliedsstaaten und die Kommission müssen sicherstellen, dass die Implementierung der Prioritäten, die durch den ESF unter den Zielen Konvergenz und Regionale Wettbewerbsfähigkeit gefördert werden, zu den Zielen Gleichstellung und Eliminierung von Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen beitragen: der Gender Mainstreaming Ansatz sollte mit spezifischen Maßnahmen kombiniert werden, um eine nachhaltige Partizipation und Fortschritte von Frauen in Beschäftigung zu erhöhen“ (Entwurf ESF VO)

  • Erhöhung der Frauenerwerbsquote auf mind. 60% und Erleichterung der Erwerbsbeteiligung von älteren Frauen und Müttern mit kleinen Kindern (EBS); verbunden mit einer Verringerung der Arbeitslosigkeit und der Nichterwerbstätigkeit
  • Strukturelle Ungleichheiten am Arbeitsmarkt abbauen: geschlechtsspezifische Segregation reduzieren, einschließlich des Eingehens auf die direkten und indirekten Ursachen des geschlechtsspezifischen Lohngefälles
  • Eine bessere Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Privatleben anstreben und zugängliche und erschwingliche Betreuungseinrichtungen für Kinder und sonstige betreuungsbedürftige Personen bereitstellen (Leitlinien)
  • Die gleichberechtigte Aufteilung von Betreuungspflichten und häuslichen Pflichten und die Förderung der Inanspruchnahme von Elternurlaub und anderen Freistellungsregelungen durch Männer (u.a. durch ausreichende finanzielle Beihilfen); und die Schaffung von flexiblen Arbeitszeitregelungen für Frauen wie auch für Männer (EBS)
  • Gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit von Männern und Frauen (Fahrplan für die Gleichstellung)
  • Maßnahmen gegen Geschlechterstereotype am Arbeitsmarkt

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3. Fallbeispiele und -studien

  1. Gender Mainstreaming in Projekten beim Übergang Schule - Beruf
    Beispielhafte Anwendung der 4 GeM Schritte
    (doc, 78 kb)
  2. Beispielhafte Anwendung des "Leitprinzips GeM in 4 Schritten" im Projekt „Gender Mainstreaming - Lebens- und Berufsstationen von Mädchen und Jungen in Kooperation mit Schule“ (doc, 138 kb)
  3. Förderung der 'Vereinbarkeit' von Beruf und Privatleben für Männer und Frauen durch den ESF in Baden-Württemberg (pdf, 550 kb)

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4. Weitere nützliche Leitfäden:

  1. Leitfaden zur  Implementierung und Umsetzung von Gender Mainstreaming im ESF. April 2004 (pdf, 482 kb)(Aus  dem BMFSFJ/ESF geförderten Projekt: Von der Strategie zur Praxis. Gender  Mainstreaming in Förderprojekten der Europäischen Strukturfonds, Autorin  Henriette Meseke, Bremen unter Mitarbeit von Dr. Regina Frey,  Berlin)
  2. TECHNISCHES PAPIER 3 : Einbeziehung der Chancengleichheit von  Frauen und Männern in die  Strukturfondsmaßnahmen, März 2000 (EU Kommission) (Techn. Papier  3, pdf, 92 kb)

 

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